Olaf Staudt
www.planetenbilder.com

Astrologische Analysen



Die wichtigsten Konstellationen im Jahr 2006


Unsere Welt wird in den kommenden Jahren großen Veränderungen unterworfen sein. Ab 2008 werden nacheinander Pluto, Saturn und Uranus in kardinale Zeichen eintreten und dort ein mächtiges T-Quadrat formen. (Eine ähnliche Konstellation ergab sich zum letzten Mal 1930 bis 1931.) Die Jahre 2006 und 2007 lassen sich in gewisser Weise als Vorbereitungsphase für diese wichtige Zeit auffassen.


Saturn Anderthalbquadrat Pluto, Saturn Quincunx Uranus

Bevor Pluto, Saturn und Uranus im Zeitraum von 2008 bis 2010 in kardinale Zeichen eintreten, formen sie wichtige Neben-Aspekte untereinander: Bereits von Juni 2004 bis Juni 2005 bildete Saturn ein Anderthalbquadrat (135°) zu Uranus und ein Quincunx (150°) zu Pluto. In der Zeit von Dezember 2005 bis August 2006 kehrt sich dieses Aspektverhältnis um. Nun bildet Saturn ein Quincunx zu Uranus und ein Anderthalbquadrat zu Pluto.

Beide Aspekte stehen für Spannung und Unverträglichkeit, was bedeutet, dass sich die Prinzipien der betreffenden Planeten nicht leicht integrieren lassen. Wir befinden uns in einer von Unruhe und Anspannung geprägten Zeit. Die Menschen haben zunehmend das Gefühl, dass vieles nicht so läuft, wie es sollte. Veränderungen sind dringend notwendig. Wie aber genau diese Veränderungen aussehen sollen, ist gar nicht so einfach zu definieren. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Generationenvertrag. Jeder weiß, dass dringend etwas unternommen werden muss, um die gesetzlichen Renten bei sinkender Geburtenrate in unserer Gesellschaft auch in Zukunft zu sichern. Wie dies allerdings bewerkstelligt werden soll, darüber streiten sich die Fachleute.

Die Gefahr, der unsere heutigen Politiker ausgesetzt sind, besteht darin, große Veränderungen einzuleiten (einfach damit etwas getan wird), ohne jedoch die Folgen dieser Veränderungen abschätzen zu können. Welche Entscheidungen auch immer getroffen werden, die Konsequenzen werden in der Zeit von 2008 bis 2015 in vollem Umfang zum Tragen kommen.


Jupiter Quadrat Saturn (Dezember 2005 - Oktober 2006)

Der 20 Jahre umspannende Zyklus zwischen Jupiter und Saturn spielte schon seit jeher eine herausragende Rolle in der Mundanastrologie. Wenn wir uns vor Augen führen, dass Jupiter und Saturn für Tausende von Jahren als die beiden am weitesten entfernten Planeten unseres Sonnensystems galten, so ist es nur verständlich, dass die antiken Astrologen diesem Zyklus eine so große Bedeutung einräumten.

Mitte Dezember 2005 bildete Jupiter bereits das erste Quadrat zu Saturn. Diese Konstellation wird sich im Jahr 2006 noch zwei weitere Male wiederholen (am 22. Juni und 25. Oktober). Mit Jupiter und Saturn verbinden sich sehr gegensätzliche Planeten. Jupiter repräsentiert das Prinzip von Wachstum, Expansion, Hoffnung und Zuversicht. Saturn dagegen steht für Kontraktion und Vorsicht. Kommen die beiden Planeten zusammen, so wird der Optimismus durch Vorsicht gedämpft. Im günstigsten Fall entsteht geduldiges und beständiges Wachstum. Durch Mäßigung und Ausdauer können sich die Angelegenheiten entwickeln und reifen. Im schlimmsten Fall werden Sorgen, Ängste und Kritik unverhältnismäßig aufgeblasen. Häufig führt dieser Aspekt zu internationalen (Jupiter) Spannungen (Saturn), wie vor kurzem bei der Affäre um die Entführung des deutschen Staatsbürgers Khaled El Masri durch US-Agenten deutlich wurde.

Mit dem zunehmenden Quadrat befinden wir uns am Ende des ersten Viertels dieses Zyklus. Nun wird das geprüft, was seinen Ursprung zur Zeit der Konjunktion hatte. Die letzte Konjunktion von Jupiter und Saturn fand im Mai 2000 statt. Die meisten Leser werden sich daran erinnern, dass zu dieser Zeit die Internet-Blase platzte. Tatsächlich verzeichnete die Wall Street nur wenige Wochen vor der exakten Konjunktion die tiefsten Kurse in ihrer Geschichte. 90% der Internetfirmen auf der ganzen Welt gingen Pleite. Der NASDAQ verlor im Zeitraum von März 2000 bis Oktober 2002 rund 80% seines Wertes.

Das Jahr 2006 könnte direkt auf diese Zeit Bezug nehmen. Ob dies bedeutet, dass wir eine erneute wirtschaftliche Krise erleben werden oder dass diejenigen Internetfirmen, welche die Zeit von damals überstanden haben, nun erneut geprüft werden, bleibt abzuwarten. Da die Verbindung von Jupiter und Saturn auch mit Immobilien und Grundstücken in Zusammenhang steht (Saturn-Jupiter = "das langsam Gewachsene", das Haus), wäre eine Krise in diesem Sektor ebenfalls denkbar.


Jupiter Trigon Uranus (November 2005 - August 2006)

Ein Lichtblick inmitten aller schwierigen Konstellationen, die uns das Jahr 2006 bringen wird, bedeutet das Trigon zwischen Jupiter und Uranus. Dieser Aspekt ist expansiv und zuversichtlich. Er fördert neue, großzügige Ideen.

Allerdings gibt es einige Umstände, die den Schwung und zügellosen Optimismus von Jupiter-Uranus dämpfen könnten. Zum einen befinden sich beide Planeten in Wasserzeichen, wodurch ihre Energien auf einer mehr emotionalen Ebene zum Ausdruck kommen und sich möglicherweise weniger in konkreten Ideen und Handlungen manifestieren. Zum anderen wird das Trigon durch das gleichzeitig stattfindende Jupiter-Saturn-Quadrat gebremst. Sicherlich wird es Augenblicke geben, in denen Jupiter-Uranus aufscheint, aber diese Momente könnten verkümmern angesichts einer überwiegend von Vorsicht und Mäßigung geprägten Zeit.


Jupiter Quadrat Neptun (Januar 2006 - September 2006)

Jupiter ist optimistisch und expansiv, Neptun altruistisch, ästhetisch und imaginativ. Die Verbindung der beiden Planeten fördert Altruismus und spirituelles Wachstum. In negativer Hinsicht verführt der Aspekt zu Leichtgläubigkeit und dem Schwelgen in Illusionen. Unter Umständen kann sogar bewusst die Wahrheit vermieden werden, wenn die Gefahr besteht, dass diese Wahrheit zur Besorgnis Anlass gibt. Jupiter und Neptun wollen glauben, dass sich alles zum Guten wendet. Da Saturn so stark in dieses Aspektgefüge eingebunden ist (Saturn Quadrat Jupiter, Saturn Opposition Neptun), können wir vermuten, dass nicht alles auf die bestmögliche Weise verlaufen wird. Unter Umständen gibt es am Ende ein böses Erwachen, wenn die Träume und Illusionen hart mit der Realität konfrontiert werden.

Da Neptun Wasser regiert und Jupiter sich im Wasserzeichen Skorpion befindet, erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2006 erneut zu Unwettern und Flutkatastrophen kommt. Dies legt auch die im nächsten Abschnitt beschriebene Opposition von Saturn und Neptun nahe.


Saturn Opposition Neptun (August 2006 - Juni 2007)

Die Opposition zwischen Saturn und Neptun ist der erste einer Reihe von harten Aspekten, die Saturn innerhalb der kommenden zehn Jahre zu Planeten außerhalb seiner Umlaufbahn bilden wird. Saturn ist ernst, umsichtig, konservativ und verantwortungsbewusst. Er stellt hohe Anforderungen an sich und andere. Er verhilft zu Konzentration und Analyse. Negativ ausgelebt können die besten Gelegenheiten verpasst werden durch zuviel Überlegung und Vorsicht. Neptun regiert das Reich der Träume, Wünsche und Hoffnungen. Er ist intuitiv, sensibel und leicht zu beeinflussen. Neptun steht für alle Arten von Flüssigkeiten und die Chemie. Kommen Saturn und Neptun zusammen, so entsteht eine besonders sensible und verletzliche Mischung. In der Kosmobiologie gilt die Verbindung dieser beiden Planeten als "Krankheitsachse", sie symbolisiert Schwäche und seelisches Leid.

Die Opposition der beiden Planeten könnte demzufolge eine Phase von Verletzlichkeit, Schwäche oder Trauer anzeigen. Denkbar wäre eine Bedrohung durch Wasser: Heftige Regenfälle und Stürme oder umgekehrt ein Mangel an Wasser in Teilen der Welt. Ebenfalls vorstellbar wäre eine Massenerkrankung, verursacht durch eine Seuche wie die Vogelgrippe oder auch ein Anschlag mit biologischen oder chemischen Waffen. Ich möchte keinesfalls Angst verbreiten, all dies sind nur mögliche Entsprechungen der Konstellation. Wir wollen hoffen, dass sie nicht zur Wirklichkeit werden.

Saturn und Neptun bilden einen 36-Jahres-Zyklus (18 Jahre von der Konjunktion zur Opposition und umgekehrt). Der gegenwärtige Zyklus begann 1989, als es zur Wiedervereinigung Deutschlands kam und der Kommunismus in Russland zu Ende ging. Eine Rezession in vielen Teilen der Welt folgte kurz darauf, als der Irak Kuwait für sich beanspruchte und eine Invasion begann. Wenn wir die heutige politische Bedeutung dieser Konstellation verstehen wollen, müssen wir in diese Zeit zurückgehen, denn was damals gesäht wurde, kommt nun zur Entfaltung. Im günstigsten Fall werden Krieg und Gewalt im Irak beendet und das Land bewegt sich in eine völlig neue Richtung. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Kulmination von Unsicherheit und Terror, gefolgt von stark ansteigenden Ölpreisen und einer Rezession in Teilen der Welt.


Saturn in Löwe (16. Juli 2005 - 2. September 2007)

Das fixe T-Quadrat zwischen Saturn in Löwe, Jupiter in Skorpion und Neptun in Wassermann besteht das ganze Jahr 2006 hindurch. Obwohl Jupiter die Oppositionsachse von Saturn und Neptun quadriert, also in deren Halbsumme steht, liegt meiner Ansicht nach der Schlüssel zum Verständnis dieser Zeit bei Saturn.

Beiden, Saturn und Löwe, entspricht das Prinzip von Autorität und Führerschaft. Im Idealfall stellt diese Kombination ein Musterbeispiel dafür dar, wie Führerschaft richtig ausgeübt werden sollte: Mit Visionen und Charisma (Löwe), aber auch mit Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit (Saturn). Durch die Opposition, die Neptun zu Saturn bildet, ist es jedoch mehr als unwahrscheinlich, dass diese perfekte Form der Führerschaft auf der Weltbühne zum Ausdruck gebracht werden kann. Vielmehr sind Gerüchte, Missverständnisse und Skandale nahe liegend.

Saturn prüft im Zeichen Löwe die Autorität derer, die an der Spitze stehen und stellt sie in Frage. Führungspersönlichkeiten werden aus ihren Ämtern vertrieben, weil sie die Fähigkeit, die Dinge zu kontrollieren, verloren haben. Peter Hartz, Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz, Jürgen Schrempp, Gehard Schröder und Franz Müntefering sind nur die prominentesten Beispiele derer, die bereits zurücktreten mussten. Die Anschuldigungen sind vielfältig und zahlreich. Oftmals ist nicht genau zu unterscheiden, was Wahrheit und was Fiktion ist. Die Menschen suchen Sündenböcke für alles, was schief gelaufen ist.


Pluto in Konjunktion mit dem galaktischen Zentrum (März 2006 bis Ende 2007)

Das Zentrum unserer Galaxie, die Milchstraße, symbolisiert einen Punkt von kollektiver Bedeutung. Niemand weiß mit Sicherheit, was er für uns Menschen bedeutet, wir haben einfach zu wenig Erfahrung damit. Plutos Prinzip ist darauf ausgerichtet, Dinge zu beenden, damit etwas Neues entstehen kann. Bevor dies geschieht, kommen mächtige Wahrheiten ans Licht. Mächtig, weil sie das Potential zur Transformation beinhalten. Wenn Pluto aktiv ist, sind wir in der Lage, Dinge in einem neuen Licht zu betrachten. Wir können erkennen, dass sie nicht mehr das sind, was sie einst waren oder wofür wir sie gehalten haben.

Meiner Ansicht nach deutet die Phase, in der sich Pluto in Konjunktion mit dem galaktischen Zentrum (26 - 27° Schütze) befindet, auf eine Zeit hin, in der plutonische Erfahrungen die Massen in sehr tiefer Weise berühren. So könnten Gedanken über Leben, Tod und die Schöpfung selbst in verstärktem Maße ins Bewusstsein der Menschen gelangen. Weltweite Auseinandersetzungen und Diskussionen über Todesstrafe, Sterbehilfe und Abtreibung wären die Folge. Ebenfalls denkbar wäre, dass der Tod einer berühmten Persönlichkeit die Massen in sehr tiefer Weise bewegt.


copyright: Olaf Staudt, Kontakt