Olaf Staudt
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Astrologische Analysen



Die US-Präsidentschaftswahlen - Nachtrag


Jetzt ist es offiziell: George W. Bush ist für eine zweite Amtszeit zum Präsidenten gewählt worden. Ich hatte John Kerry als Sieger gesehen und meine Prognose mit zahlreichen astrologischen Analysen und Abbildungen begründet - und lag damit so falsch, wie nie. Übrigens befinde ich mich dabei in bester Gesellschaft mit vielen anderen Astrologen, denn fast alle setzten auf Kerry.

Das macht deutlich, wie schwierig astrologische Vorhersagen sind. Viele Astrologen vertreten die Ansicht, dass die Prognose eines konkreten Ereignisses, wie das eines Wahlausgangs, gar nicht möglich sei und halten sich vornehm zurück - was natürlich am einfachsten ist. Ich möchte mich der Herausforderung der Astrologie stellen, indem ich Prognosen abgebe. Dass man sich dabei auch mal irren kann, ist eine logische Konsequenz, obwohl mich solch ein Irrtum verständlicherweise nicht besonders glücklich macht.

Die Sprache der Astrologie ist symbolisch. Was ist gut, was ist schlecht? Was bedeutet Glück, was Misserfolg? Das, was uns auf den ersten Blick als Glück erscheint, muss astrologisch nicht unbedingt so "glücklich" dargestellt sein. Oft gewinnt bei Präsidentschaftswahlen gerade der Kandidat, der die "schlechteren" Konstellationen hat. Er muss jetzt Verantwortung übernehmen, sich mit großen Problemen auseinandersetzen, Angriffe von allen Seiten erdulden usw. Allein aus dieser Tatsache wird deutlich, wie viele Unwägbarkeiten und Probleme entstehen, wenn man sich auf derartige Vorhersagen einlässt.

Die größte Gefahr, dass es zu einer falschen Prognose kommt, besteht jedoch darin, es an der notwendigen Objektivität mangeln zu lassen. Viele Astrologen neigen dazu, den Kandidaten als Sieger zu sehen, den sie selbst favorisieren. Man sieht dann das, was man sehen will - nach dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. So erging es offensichtlich auch mir.

Meine wichtigsten Argumente für einen Wahlsieg Kerrys waren folgende:

George Bush hat eine Sonne-Mars-Saturn-Progression in Teiler 1. Genauer gesagt: Seine progressive Sonne hat zur Zeit der Wahl exakt die progressive Achse (Halbsumme) von Mars/Saturn ereicht (SO = MA/SA), siehe Abb. unten (innen: Radix, außen: Sekundärprogression):

Innenkreis: Radix, außen: Sekundärprogression Dieses Bild steht für Blockade und Hemmung. Der Astrologe Reinhold Ebertin nannte die Verbindung von Mars und Saturn "Todesachse", weil sie immer bei Todesfällen auftaucht. Dieses Planetenbild wurde bereits ausgelöst, als der Krieg gegen den Irak begann. Der Bezug zum Tod ist offensichtlich - man kann eine solche Konstellation ausleben, indem man andere umbringt oder umbringen lässt. Hitler beispielsweise hatte in seiner Radix ein Mars-Saturn-Quadrat und zusätzlich Mars/Saturn am Widderpunkt (WI = MA/SA), wobei ich Bush nicht mit Hitler vergleichen möchte, die Konstellation ist aber die gleiche.

Ich nahm an, dass es mit Sonne auf Mars/Saturn nahezu unmöglich sei, eine Wahl zu gewinnen, weil die Durchsetzung (Mars) blockiert oder verhindert wird (Saturn). In der Tat erfuhr Bush von allen Seiten Blockade und Ablehnung. Er hat Amerika gespalten, wie kein Präsident zuvor. Er zieht die ohnmächtige Wut der ganzen Welt auf sich. Fast alle Menschen außerhalb Amerikas wünschten sich seine Abwahl. Selbst die meisten Kerry-Wähler entschieden sich weniger für Kerry, als in erster Linie gegen Bush. Dennoch reichte es zum Sieg.

Innenkreis: USA, außen: Bush Nun muss man wissen, dass Bushs Radix-Sonne sich exakt mit der Radix-Sonne der USA (Unabhängigkeitserklärung 4.7.1776) deckt. Außerdem befindet sich Bushs Aszendent auf 7 Grad Löwe in exakter Konjunktion mit dem aufsteigenden Mondknoten des USA-Horoskops (siehe Abb. rechts, Innenkreis: Unabhängigkeitserklärung, außen: George Bush). Es gibt noch zahlreiche weitere Verbindungen, aber die beiden oben genanten gehören zu den stärksten, die in der Astrologie möglich sind. Sie verknüpfen George Bush auf geradezu schicksalhafte Weise mit den USA. Er ist dadurch in der Lage, Amerika als Ganzes zu repräsentieren, wie kein anderer. Dagegen konnte offensichtlich auch Kerry nichts ausrichten.

Ein weiteres wichtiges Argument für eine Niederlage Bushs war für mich folgende Konstellation: Bushs progressive Sonne steht zur Zeit der Wahl - zusätzlich zu Mars/Saturn - auch exakt in Neptun/Pluto progressiv (SO = NE/PL), wiederum in Teiler 1 (Konjunktion), siehe Abb. unten (Innenkreis: Radix, außen: Sekundärprogression:

Innenkreis: Radix, außen: Sekundärprogression Ich interpretierte dies als Auflösung (Neptun) der Macht (Pluto), welche Bush persönlich betrifft (Sonne). Das ist aber viel zu einfach gedacht. Neptun/Pluto bedeutet viel mehr. Neptun steht für das Ungreifbare, für Unsicherheit und Ängste, mit Pluto betrifft es die Masse. Bush verstand es meisterhaft, mit der Angst und Unsicherheit der Bevölkerung zu spielen. Darin ist wohl einer der Hauptgründe für seine Wiederwahl zu sehen. Die Angst vor dem Ungewissen, Ungreifbaren (Neptun) war stets präsent. Die Regierung Bush verstand es auf geradezu teuflische Weise, die Angst vor Terroranschlägen aus dem Nichts zu schüren und aufrecht zu erhalten. Ständig gab es diffuse Warnungen vor angeblichen Anschlägen, die natürlich nie eintrafen, aber folgenden Eindruck vermitteln sollten: Wählt mich, ich bin der einzige, der euch in dieser unsicheren Lage schützen kann. Diesen Massen-Täuschungs- oder Massen-Hysterie-Aspekt (SO = NE/PL) konnte sich Bush höchst erfolgreich zunutze machen, was ihm letztlich den Wahlsieg einbrachte. Leider wurde mir das erst nach der Wahl klar, aber hinterher ist man ja immer schlauer :-)

Innenkreis: Radix, außen: Transit Mein letztes wichtiges Argument für eine Niederlage Bushs war seine zum Zeitpunkt der Wahl exakte Saturn-Wiederkehr: Saturn bildet im Transit eine Konjunktion zu seiner Radix-Stellung im 12. Haus (siehe Abb. rechts, Innenkreis: Radix, außen: Transit).

Unter der Saturn-Wiederkehr erweisen sich für gewöhnlich Umstrukturierungen als notwendig, das Leben verändert sich, oft in grundlegender Weise. Soweit ich weiß, ist Bush ist der erste Präsident in der Geschichte der USA, der unter einer Saturn-Wiederkehr für eine weitere Amtszeit gewählt wurde. (Zu diesem Thema empfehle ich übrigens das hervorragende Buch "Astrology for the Millions" von Grant Lewi.)

Die "erfolgreichste" Konstellation in Bushs Horoskop ist ein exakter progressiver Venus-Jupiter-Aspekt: Die progressive Venus und der progressive Jupiter bilden eine Konjunktion (siehe Abb. unten links, Sekundärprogression im Außenkreis).

Dieser außerordentliche Beliebtheits-Aspekt wurde im September/Oktober exakt, als Bushs Umfragewerte plötzlich wieder anstiegen. Zur Zeit der Wahl bildeten Venus und Jupiter auch im Transit eine Konjunktion. Es wiederholte sich transitär also das gleiche Bild wie in der Progression (Abb. unten rechts, Transit im Außenkreis). Diese Tatsache hätte mich und jeden anderen Astrologen eigentlich stutzig machen und Zweifel an einem Sieg Kerrys aufkommen lassen müssen, aber der Wunsch nach einem Sieg Kerrys war offensichtlich stärker.

Innenkreis: Radix, außen: Sekundärprogression Innenkreis: Radix, außen: Transit


Innenkreis: Sekundärprogression, außen: Transit Dass Kerry auf alle Fälle Chancen hatte - immerhin holte er gegen Ende des Wahlkampfes kräftig auf und gewann alle drei Rededuelle -, sieht man unter anderem an folgender Konstellation (Abb. rechts, Innenkreis: Sekundärprogression, außen: Transit).

Der laufende Pluto befindet sich am Wahltag exakt in der Mitte von Jupiter/Uranus (PL = JU/UR), ein Bild, das für Erfolg und Anerkennung im großen Stil steht. Pluto verbindet dieses Bild durch ein exaktes Sextil mit Kerrys progressiver Sonne.

Es gibt allerdings auch eine klare Verlust-Konstellation in Kerrys Horoskop, die Zweifel an seinem Sieg hätte aufkommen lassen müssen: Die laufende Mars/Neptun-Achse befindet sich am Wahltag exakt auf seiner Radix-Sonne, und das in Teiler 1 (siehe Abb. unten, Innerkreis: Radix, außen: Transit). Ich dachte: "Das sieht aus, als ob Unklarheiten oder Betrug im Spiel sind. Möglicherweise führt Bush anfangs deutlich und hinterher wendet sich das Blatt." Leider war auch hier der Wunsch der Vater des Gedankens. Im Nachhinein ist klar, dass man unter MA/NE = SO für gewöhnlich nichts gewinnt.

Innenkreis: Radix, außen: Transit Zusammenfassend kann man sagen, dass zwei Konstellationen offensichtlich den Ausschlag gaben:

1. Bush hatte zur Zeit der Wahl eine exakte Venus-Jupiter-Progression in Teiler 1, die sich auch transitär wiederholte.

2. Auf Kerrys Radix-Sonne befand sich am Wahltag exakt die laufende Mars/Neptun-Achse (MA/NE = SO), und zwar ebenfalls in Teiler 1.


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