Astrologie
  Seminare
 Beratung

Astro-Analysen Beratung Seminare Wissenswertes Über mich Kontakt


Folgende Auszüge aus Thorwald Dethlefsens Buch "Schicksal als Chance" beschreiben meiner Ansicht nach das Wesen der Astrologie sehr treffend:

Die meisten Vorstellungen der Laien über Astrologie sind grundfalsch, was einem Verständnis bei Anhängern wie bei Gegnern im Wege steht.

Wenn der Mensch der Vielfalt der Erscheinungsformen gegenübersteht, hat er das Bedürfnis, diese Vielfalt zu ordnen. Alle Philosophien und Wissenschaften entsprechen diesem fundmentalen menschlichen Wunsch. Doch beschritt man schon immer zwei grundsätzlich verschiedene Wege, die anfänglich unüberschaubare Vielfalt zu ordnen:

  1. indem man für verschiedene Individualitäten mit charakteristischen Gemeinsamkeiten Oberbegriffe schafft (zum Beispiel Pflanzen, Tiere, Steine). So entsteht eine Einteilung der Wirklichkeit in Ebenen (Tierreich, Pflanzenreich, Mineralien usw.);


  2. man sucht nach Einheiten, aus denen die Vielfalt durch verschiedene Mischungsverhältnisse zusammengesetzt ist. Sowohl die Elementenlehre als auch das Atommodell der vorsokratischen Philosophen bauen auf diesem Denkmodell auf. Das eindrucksvollste neuzeitliche Dokument dieser Ordnung ist das periodische System der Elemente. Ein solches System ermöglicht es, die Vielfalt der Erscheinungsformen auf wenige Urqualitäten zu reduzieren. Die verschiedenen Zusammensetzungen und Mischungsverhältnisse ergeben die vielfältige Wirklichkeit, deren Struktur nun besser verstehbar wird.

Urprinzipien der Wirklichkeit

Dieses zweite Verfahren, das im Beispiel des periodischen Systems lediglich für die Ebene der Materie gültig ist, wollen wir nun auf die Gesamtwirklichkeit übertragen. Dabei gehen wir wieder von der Überlegung aus, dass der Vielfalt lediglich eine beschränkte Zahl von Einheiten zugrunde liegt. Da mit unserem System aber die Gesamtwirklichkeit erfasst werden soll, müssen wir Einheiten suchen, die in allen Ebenen - gleichgültig ob im Tierreich, Pflanzenreich, auf der materiellen oder auf der psychischen Ebene - Gültigkeit haben.

Solche Urbilder als Urbausteine der Wirklichkeit muss es geben, aber der Zugang zur reinen Ideenwelt ist für Menschen sehr schwierig, weshalb wir vorläufig rein hypothetisch Einheiten formulieren und diese mit abstrakten Symbolen kennzeichnen. Somit steht x für eine bestimmte Uridee im Bereich der Ideenwelt. Da diese Ideenwelt aber das Urbild unserer sichtbaren und wahrnehmbaren Wirklichkeit ist, muss sich die Uridee x auch in der manifestierten Welt vorfinden lassen.

Noch genauer heißt dies, dass zu unserer Uridee x in jeder Ebene der Wirklichkeit ein bestimmter Repräsentant von x gefunden werden kann. Wir werden also sowohl im Tierreich als auch bei den Pflanzen, im Mineralreich wie auf der Ebene des Menschen etwas Konkretes finden, das auf dieser Ebene der Wirklichkeit die Uridee x repräsentiert. Lässt sich das x nicht auf jeder beliebigen Ebene entdecken, so würde unser x nicht den Titel "Uridee" verdienen. Diese Überlegung führt uns zu einer Matrix, bestehend aus verschiedenen Ebenen, die senkrecht durchzogen werden von den bestimmten Urideen oder Urprinzipien:

Urprinzip/Idee x y
Definition des Prinzips Struktur, Hemmung, Widerstand, Zeit Energie, Impuls
Himmel (?) (?)
Mineral Blei, Kalk Eisen
Pflanze Efeu, Distel, Stechpalme Brennessel
Tier Rabe, Steinbock Raubtiere, Nagetiere
Körper Skelett, Zähne Muskeln, arterielles Blut
Krankheiten Degenerationskrankh., Verkalkung Entzündungen, Verletzungen
Ort Gefängnis, Kloster, Altersheim Schlachtfeld, Schmiede
Gegend Gebirge, kalte Wüste vulkanische Gegend
Sozial alte Menschen, Bergarbeiter Soldat
Farbe schwarz, dunkelblau rot

Es genügt, die Zuordnung vorläufig hinzunehmen, weil deren Richtigkeit momentan noch nicht Gegenstand unserer Betrachtung ist.

Vielmehr soll klar werden, dass ein Urprinzip senkrecht alle Ebenen der Erscheinungsformen durchzieht. Die Anzahl der Ebenen ist hierbei unbegrenzt, die aufgeführten Ebenen sind ein winziger Ausschnitt und können durch beliebige Ebenen erweitert werden.

Wichtig ist zu begreifen, dass es sowohl eine waagerechte Einteilung der Wirklichkeit in Ebenen als auch eine senkrechte Einteilung in Prinzipienketten gibt. Erstere wird fast ausschließlich in der Wissenschaft benutzt, letztere mit fast gleicher Ausschließlichkeit in der Esoterik. Denn der Grundsatz "Wie oben, so unten" führt zwangsläufig zu einem senkrechten Denken. So unterscheiden sich das wissenschaftliche und das esoterische Denksystem äußerlich bereits um genau neunzig Grad, weshalb uns das sattsam bekannte "Aneinandervorbeireden" beider Parteien nicht weiter verwundern muss.

Die skizzierte Matrix lässt noch weitere Schlussfolgerungen zu. Zum Beispiel: Sollte sich aus irgendwelchen Gründen eine Uridee an sich ändern, so müsste diese Veränderung gleichzeitig an allen ihren Repräsentanten auf sämtlichen Ebenen der Wirklichkeit sichtbar werden. Ebenso müsste sich jede Interaktion und gegenseitige Beeinflussung der Urprinzipien auf allen Ebenen der sichtbaren Welt analog auswirken. Dieser notwendige Zusammenhang müsste es aber auch möglich machen, umgekehrt von der Beobachtung der Repräsentanten auf einer beliebigen konkreten Ebene Rückschlüsse auf die uns sonst unzugänglichen Urideen zu ziehen.

Ein solches Denken nennt man Analogieschluss, es hat mit Kausalität nicht das geringste zu tun. In ein banales Beispiel umgesetzt, würde das etwa bedeuten: Wenn ich aus Erfahrung weiß, dass ich jeden Sonntag in die Kirche gehen muss und dass es jeden Sonntag zum Mittagessen Schweinebraten gibt, so kann ich aus der Tatsache, dass ich heute zur Kirche gehen muss, schließen, dass es heute Schweinbraten gibt. Dieser Schluss führt zu richtigen Ergebnissen, obwohl das "in die Kirche gehen" nicht das geringste mit dem "Mittagessen" zu tun hat und zwischen beiden keinerlei Kausalzusammenhang besteht. Die Richtigkeit des gezogenen Schlusses liegt vielmehr an einem dritten gemeinsamen Punkt, nämlich dass beide Ereignisse an den Sonntag gebunden sind. Dieser dritte gemeinsame Punkt kann aber bei dem Schluss selbst völlig außer acht gelassen werden.

Bestimmte Überlegungen veranlassten die Weisen des Altertums, 7 Urprinzipien anzunehmen. Es würde jedoch den Gedankengang sprengen, wollten wir die Berechtigung der 7 hier ableiten. Es sei lediglich daran erinnert, dass auch der Regenbogen 7 Farben hat, eine Woche 7 Tage, das Vaterunser 7 Bitten und so weiter. So kannte man im Altertum auch 7 Himmelskörper; zwar haben sie sich in unserer Zeit um 3 weitere Planeten auf 10 erweitert, doch setzt dies noch nicht die klassische 7 außer Kraft.

Wenn die Astrologie vom Saturn spricht, meint sie in Wirklichkeit das Urprinzip Saturn. Erst bei der rein praktischen Arbeit benützt die Astrologie zur Beobachtung dessen Repräsentanten, den Himmelskörper Saturn. Die Astrologie ist und bleibt die Lehre von den Urprinzipien, nicht von den Sternen. Die Planeten sind eine praktikable, jedoch ersetzbare Ebene. Wer Astrologie wirklich kann, braucht mit der Zeit diese Ebene kaum noch, weil er gelernt hat, die Prinzipien in allen Ebenen zu erkennen.

Es sollten sich nun die meisten Missverständnisse und Irrtümer über die Astrologie ausräumen lassen. So streiten die Gegner der Astrologie meist die Möglichkeit eines konkreten Einflusses der Gestirne auf die Menschen ab. Es wird nun klar, dass dieser Vorwurf die Astrologie gar nicht trifft, da sie selbst ebenfalls Einflüsse der Gestirne auf die Menschen nicht annimmt.


Fassen wir zusammen

  1. Die Astrologie beschäftigt sich mit den archetypischen Urprinzipien, die auf der Ebene der Ideen die Urbausteine darstellen, aus denen die Wirklichkeit in allen ihren Erscheinungsformen zusammengesetzt ist.


  2. Diese Urprinzipien durchziehen senkrecht alle Ebenen der Erscheinungsformen. So entstehen Analogieketten, deren Glieder zwar verschiedenen Ebenen angehören, aber alle ein gemeinsames Prinzip repräsentieren.


  3. Die Beobachtung einer beliebigen Ebene lässt sich mit Hilfe der Analogie auf jede andere Ebene übertragen. Die Bezugsebene der Astrologie ist der Himmel.


  4. Die Urprinzipien der Astrologie heißen Sonne, Mond, Merkur, Mars, Venus, Jupiter und Saturn. Die Himmelskörper gleichen Namens sind lediglich Repräsentanten dieser Prinzipien. In neuerer Zeit arbeitet man noch mit drei weiteren Prinzipien, nämlich Neptun, Uranus und Pluto.


  5. Es gibt keine kausalen Wirkzusammenhänge zwischen den Gestirnen und den verschiedenen Ebenen der Wirklichkeit.


  6. Die Astrologie ist somit ein Messinstrument der Wirklichkeit, das mit beliebiger Genauigkeit etwas anzeigt, ohne es zu erzeugen. Auch ein Thermometer misst Temperatur, ohne Temperatur zu erzeugen.


  7. Astrologie denkt grundsätzlich senkrecht, gemäß des esoterischen Axioms: wie oben, so unten.

Die Qualität der Zeit

Um das Messinstrument Astrologie noch besser verstehen zu lernen, müssen wir einen weiteren, wenig geläufigen Begriff betrachten. Spricht man von Zeit, so versteht man darunter gewöhnlich ein quantitatives Maß. Man fragt, wie lange hat es gedauert, wie lange ist es her, wie viel Zeit ist vergangen? Man betrachtet ausschließlich die Quantität der Zeit. Nach dem Polaritätsgesetz muss es zum quantitativen Aspekt der Zeit (griechisch: Chronos) noch einen Gegenpol geben, diesen nennen wir den qualitativen Aspekt (griechisch: Kairos).

Zeit besitzt nicht nur Quantität, sondern auch Qualität. Unter der Qualität der Zeit kann sich aber heute kaum jemand etwas vorstellen. In früherer Zeit war es gerade umgekehrt. Damals beobachtete man primär die Zeitqualität und vernachlässigte die Zeitquantität eher. Die Zeitqualität hat mit Dauer nichts zu tun, sondern besagt, dass jeder Zeitpunkt oder Zeitabschnitt (das kann eine Stunde, eine Sekunde oder ein Jahrzehnt sein) eine bestimmte Qualität besitzt, die nur solche Ereignisse in Erscheinung treten lässt, die dieser Qualität adäquat sind.

Anders formuliert heißt dies, dass zu einem bestimmtem Zeitpunkt sich nur solche Ereignisse verwirklichen können, deren qualitative Inhalte der jeweiligen Zeitqualität entsprechen. Zeit muss demnach einer Latenz die Öffnung bieten, damit diese Latenz in die Wirklichkeit eintreten und sich manifestieren kann. Ein Flugzeug kann nicht "irgendwann einmal" abstürzen, sondern nur dann, wenn die herrschende Zeitqualität es zulässt. Da die Zeit auch nur eine Ebene der Wirklichkeit ist, so sind Zeitqualitäten auch nichts anderes als Entsprechungen unserer Urprinzipien. So "herrscht" zu einem bestimmten Zeitpunkt ein bestimmtes Prinzip, oder besser Prinzipienmischung.

Nun wusste man in früheren Zeiten noch um ein weiteres Gesetz, das man inzwischen leider vergessen hat: "Jeder Anfang trägt das Ende in sich." Dieses Gesetz besagt, dass im Augenblick des Beginnens einer Sache bereits der gesamte Verlauf und das Ende festgelegt sind. Wir hegen die Vorstellung, dass es möglich ist, in ein laufendes Geschehen einzugreifen und es zu beeinflussen. Doch der Beginn beinhaltet bereits sein Ende, so wie jedes Samenkorn die gesamte Pflanze beinhaltet, samt den neuen Samen. Es ist immer alles in allem. In den Samen ist die Frucht, in der Frucht der Same.

Aus diesem Wissen heraus legte man in früheren Zeiten großes Gewicht darauf, ein bestimmtes Unternehmen "zur rechten Stunde" zu beginnen. Denn jedes Unternehmen entwickelt sich gemäß der Zeitqualität, unter der es begonnen wurde. Will man deshalb für ein bestimmtes Unternehmen einen ganz bestimmten Verlauf und ein günstiges Ende sicherstellen, so muss man zuerst für den Beginn eine entsprechende Zeitqualität suchen. In alten Zeiten gehörte es zu der Aufgabe der Priester, die Qualität der Zeit zu ermitteln. Auf eine Frage hin blickten dann die Priester "in die Stunde", um die Qualität zu erfahren. Hiervon kommt das Wort "Horoskop", denn horoskopieren heißt "in die Stunde blicken" (hora = die Stunde; skopein = blicken). Ein Horoskop ist demnach nichts anderes als die Momentaufnahme des Himmels zu einem bestimmten Zeitpunkt.